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Bio-Badi in Niederrohrdorf

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Bio-Badi in Niederrohrdorf

Beschreibung:

Kinder lachen und spielen, fremde Menschen treffen und unterhalten sich spontan, eine kurze Abkühlung nach einem anstrengenden Tag – mein Bild eines Freibades irgendwo auf der Welt; Treffpunk für gross und klein, arm und reich.
Um dieses Bild am Rohrdorferberg erleben zu können, muss man heute rund 10km auf sich nehmen (Bremgarten, Baden, Wettingen oder Wohlen) – spontan ist dies für Jugendliche und Familien kaum machbar.
Mit der steigenden Zahl an Einwohnern und insbesondere Familien bin ich überzeugt, dass ein Bio-Freibad in Niederrohrdorf nicht nur eine tolle Attraktion ist sondern auch ökologisch eine schlaue Idee.
Vorteile aus meiner Sicht: Treffpunkt am Rohrdorferberg und insbesondere für Einwohner von Niederrohrdorf, Möglichkeit für Schwimmunterricht für Schüler, Reduktion der Privatpools mit hohem Energie-, Chemie- und Wasserverbrauch.
Als Vorlage für ein sinnvolles Projekt kann die Bio-Badi in Biberstein dienen – chemiefreier Badespass für gross und klein – hoffentlich bald in Niederrohrdorf.

Offizielle Antwort:

Der Gemeinderat Niederrohrdorf hat das Anliegen der Petition für eine Bio-Badi in Niederrohrdorf, für die auf www.petitio.ch 368 Stimmen abgegeben wurden, an seiner Sitzung vom 10. Juli 2017 beraten.

Von den 368 Personen, welche die Petition unterstützen, wohnen 145 Personen in Niederrohrdorf. Die Petitionsplattform www.petitio.ch kann leider keine Hinweise zu den Wohnorten der anderen, die Petition unterstützende Personen liefern.

In der näheren Region stehen der Niederrohrdorfer Bevölkerung heute folgende Hallen- und Freibäder zur Verfügung: Hallenbad Mellingen, Hallen-/Freibad Baden, Hallen-/Freibad Bremgarten, Freibad Wohlen, Hallen-/Freibad Wettingen, Freibad Villmergen, Hallen-/Freibad Nussbaumen. Alle diese Bäder sind mit dem Auto in ca. 15 Minuten erreichbar, jenes in Mellingen liegt direkt in der Nachbargemeinde.

Die finanzielle Situation der Gemeinde Niederrohrdorf mit ihrer überdurchschnittlich hohen Verschuldung, welche in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird, lässt im Moment keine aufschiebbaren Investitionen zu. Wunschbedarf ist von Notwendigem strikte und zwingend zu trennen. Gemäss Finanzplan wird die Schuldenlast der Gemeinde Niederrohrdorf per 2021 auf über CHF 26,9 Mio. ansteigen, was CHF 6‘107 pro Kopf entspricht. Eine Bio-Badi (bzw. ein Frei-/Hallenbad) ist kein Pflichtangebot einer Gemeinde und wird als (freiwillige) Sonderlast beispielsweise auch nicht im kantonalen Finanzausgleich erfasst. Aus finanzpolitischer Perspektive muss der Gemeinderat ein solches Anliegen daher klar ablehnen.

Die Gemeinde Niederrohrdorf verfügt über zahlreiche Naturschutz- und Naherholungsgebiete. In diesen Arealen wäre eine Bio-Badi zwar interessant und wohl auch in die richtige Umgebung eingebettet, aus baurechtlichen und naturschützerischen Gründen aber nicht realisierbar. Auch andernorts an peripherer Lage am Rand bzw. ausserhalb des Baugebiets erscheint der Bau einer Badeanlage nicht realistisch. In Frage kämen vermutlich einzig die Bünt, welche sich heute bereits in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen befindet, oder das Gfeend, welches teilweise in der Bauzone liegt. Aufgrund der erwarteten Lärmemissionen einer Badeanlage dürfte ein Standort Bünt mitten im Dorf jedoch auf den Widerstand der Nachbarschaft treffen. Der Standort Gfeend ist vermutlich zu klein für eine Badeanlage, und auch er grenzt direkt an das Wohngebiet. Der Gemeinderat hat in der Vergangenheit wiederholt erklärt, dass die Bünt als strategische, langfristige Baulandreserve der kommenden Generation hinterlassen werden soll. Es zeichnet sich ab, dass die Standortsuche für eine Bio-Badi schwierig, wenn auch nicht unmöglich ist. In einem zeitaufwändigen Verfahren müssten rechtliche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können.

Für das Anliegen von Melanie Stutz sowie der für die Petition stimmenden Personen hat der Gemeinderat Niederrohrdorf dennoch Verständnis, da eine Bio-Badi durchaus die Standortattraktivität der Gemeinde (und der Region) stärken könnte. Aufgrund der finanziellen und der rechtlichen Rahmenbedingungen kann der Gemeinderat allerdings nur in Erwägung ziehen, eine Bio-Badi im Verbund mit anderen Gemeinden vom Rohrdorferberg zu realisieren. Dafür wäre es wiederum wichtig zu wissen, in welchen Gemeinden die für die Petition stimmenden Personen wohnen, um jene Gemeinden gezielt kontaktieren zu können. Da die Wohnorte nicht bekannt sind, will der Gemeinderat das Anliegen an der nächsten Jahressitzung mit den Gemeinderäten Bellikon, Oberrohrdorf und Remetschwil zur Sprache bringen. Sofern aus der Region positive Signale kommen, könnte ein solches Vorhaben einer langfristigen Überprüfung unterzogen werden.

Der Gemeinderat hat aufgrund dieser Überlegungen folgenden Entscheid gefasst:

Aufgrund der finanziellen Situation, sowie rechtlichen und standortbezogenen Unwägbarkeiten ist es für den Gemeinderat Niederrohrdorf zurzeit nicht opportun, alleine eine Bio-Badi oder ein Hallen- bzw. Freibad zu realisieren.

Das Geschäft ist auf die Jahressitzung der Rohrdorferberg-Gemeinden zu traktandieren. Sofern die Region als Ganzes Interesse signalisiert, kann das Projekt langfristig näher überprüft werden.

Gemeinderat Niederrohrdorf