Kein alternativloser Parkplatzabbau an der Bäumlihofstrasse
Beschreibung:
Aufgrund der geplanten Velovorzugsroute auf der Nebenfahrbahn der Bäumlihofstrasse (https://www.bs.ch/medienmitteilungen/bvd/2026-der-baeumlihofstrasse-entsteht-die-erste-etappe-einer-velovorzugsroute) entfallen dort 53 Parkplätze an einer Hauptverkehrsachse.
Durch diesen Parkplatzabbau wird sich der Suchverkehr in die umliegenden Quartiersstrassen verlagern, was die Verkehrssicherheit dort negativ beeinflusst. Zudem steht für Anwohnende, welche keinen eigenen Parkplatz besitzen und auf ein Fahrzeug angewiesen sind (Familien, Pendler, Pikettdienste, Kleingewerbe etc.) durch diesen Parkplatzabbau noch weniger Parkraum zur Verfügung als dies sowieso schon der Fall ist.
Der fortschreitende Parkplatzabbau an den im Hirzbrunnenquartier reduziert die Verkehrssicherheit durch zunehmenden Suchverkehr in den Quartiersstrassen und reduziert die Lebensqualität der Anwohner durch fehlenden Parkraum für Anwohnerfahrzeuge und Besucher!
Vorgeschlagene Lösung:
- Parkplätze für Anwohnende und deren Besucher schaffen anstatt abschaffen!
- Kein Abbau von Parkplätzen an Hauptverkehrsachsen und somit Verlagerung des Suchverkehrs in die Quartiersstrassen!
Offizielle Antwort:
Basel, 16. April 2026
Petition: «Kein alternativloser Parkplatzabbau an der Bäumlihofstrasse»
Sehr geehrter Herr Funk
Die Plattform «petitio» hat dem Bau- und Verkehrsdepartement die von Ihnen gestartete Petition «Kein alternativloser Parkplatzabbau an der Bäumlihofstrasse» zur Beantwortung zugestellt. In dieser bemängeln Sie den Abbau von 53 Parkplätzen auf der Nebenfahrbahn der Bäumlihofstrasse. Sie befürchten dadurch vermehrten Suchverkehr auf den umliegenden Strassen und fordern, dass entlang von Hauptverkehrsachsen keine Parkplätze abgebaut werden.
Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Grossen Rates sowie Pro Velo hatten die Velostrasse auf der Nebenfahrbahn der Bäumlihofstrasse bereits vor Beginn der Bauarbeiten auf der Hauptfahrbahn, vor rund drei Jahren gefordert. Nach der Annahme des Gegenvorschlages zur Initiative «Sichere Velorouten in Basel-Stadt» im Mai 2025 durch die baselstädtische Stimmbevölkerung kommt der Kanton dieser Forderung nun nach. Der Kanton ist seit dem 1. Januar 2026 gesetzlich verpflichtet, innerhalb von zehn Jahren 40 Kilometer Velovorzugsrouten zu realisieren. Die Bäumlihofstrasse ist dabei Teil der Verbindung zwischen Riehen und Basel. Um auf diesem Abschnitt ein sicheres und attraktives Angebot gemäss den kantonalen Standards Fuss- und Veloinfrastruktur zu schaffen, ist die Aufhebung der 53 Parkplätze auf der Nebenfahrbahn unvermeidbar. Nur so kann eine sichere Durchfahrtsbreite für Velogegenverkehr ohne Einengung durch parkierte Fahrzeuge und Dooring-Gefahr ermöglicht werden. Durch die neue Velostrasse lassen sich gefährliche Konfliktsituationen zwischen dem Velo- und Autoverkehr vermeiden, was zu einer höheren Verkehrssicherheit für alle führt.
Mit der Verbesserung der Sicherheit und der Attraktivität von Velorouten kann ein Beitrag zur Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel und somit zum Erreichen der Klimaziele des Kantons und zur Steigerung der Lebensqualität geleistet werden. Die Klimaschutzstrategie des Kantons Basel-Stadt sieht vor, dass bis 2037 der motorisierte Individualverkehr um 33% reduziert werden soll. Somit ist es unerlässlich, dass mit sicheren und durchgehenden Velorouten ein attraktives Angebot geschaffen wird, um weiteren Personen den Umstieg aufs Velo zu ermöglichen.
Der Platz im städtischen Raum ist begrenzt und muss vielen Bedürfnissen gerecht werden. Das Parkieren am Strassenrand steht dabei im Konflikt mit anderen Anforderungen, wie zum Beispiel der Verbesserung der Verkehrssicherheit, dem Ausbau durchgängiger Velorouten, die vermehrte Begrünung oder die Schaffung zusätzlicher Aufenthaltsflächen. Ebenso sieht das kantonale Umweltschutzgesetz (§ 16 Abs. 2bis) vor, dass der Kanton für eine Verlagerung von Parkplätzen vom
öffentlichen Grund auf Privatgelände sorgt. Aus diesen Gründen besteht auch nicht die Möglichkeit, die wegfallenden Parkplätze an anderer Stelle neu zu markieren.
Dem Bau- und Verkehrsdepartement ist bewusst, dass der Wegfall von Parkplätzen Auswirkungen auf die Parkplatzsuche derjenigen Anwohnerinnen und Anwohner hat, die bisher keine Parkiermöglichkeit auf Privatgrund haben. Die Wege zwischen Wohnort und Auto werden zum Teil etwas länger. Begehungen im Vorfeld, sowie die periodische Erhebung zur Parkplatzauslastung zeigen jedoch, dass die Aufhebung der Parkplätze durch noch bestehende Kapazitäten in umliegenden Strassen kompensiert werden kann. Im Hirzbrunnenquartier wird auch weiterhin ein ausreichendes Angebot an Parkiermöglichkeiten bestehen, so dass wir nicht von viel zusätzlichem Suchverkehr ausgehen. Insbesondere auf der Bäumlihofstrasse nordöstlich der Allmendstrasse befinden sich oft noch viele freie Parkplätze. Auch zeigen Onlineinserate, dass im direkten Umfeld der Bäumlihofstrasse immer wieder freie Einstellplätze in Tiefgaragen zur Verfügung stehen.
Aus diesen Gründen kann den Anliegen Ihrer Petition nicht Folge geleistet werden. Die entsprechende Verkehrsanordnung ist inzwischen rechtskräftig. Das Bau- und Verkehrsdepartement ist jedoch überzeugt. dass der Ausbau der Veloinfrastruktur zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität beitragen wird.
Freundliche Grüsse
Esther Keller
Vorsteherin
Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt
